Es liegt eingebettet in den Weinreben oberhalb der Stadt Meersburg, das Fürstenhäuschen. Bis heute verstellt hier nichts das grandiose Panorama aus Bodensee und dahinter liegender Alpenkette. Diese Aussicht war vielleicht auch ein Grund, warum sich der Konstanzer Domherr Johann Jakob Fugger von Kirchberg und Weißenhorn, späterer Fürstbischof, um 1600 hier außerhalb von Meersburg ein Gartenhaus errichten ließ.
Da in der Stadt Meersburg kein Platz für herrschaftliche Gartenanlagen war, wurden häufiger außerhalb der Stadt Gärten angelegt. Für den Aufenthalt in diesen Gärten benötigte man eine Unterkunft, die Schutz vor Witterungseinflüssen und Bequemlichkeit bot. Die daraufhin erstellten Gartenhäuser dienten damals zwar nicht zum Wohnen, waren aber wohnlich ausgestattet. Sie übernahmen häufig in Anspruch und Gestaltung die Aufgabe eines kleinen Landhauses und wurden als privater Rückzugsort und für den Empfang vertrauter Besucher genutzt.
Die Fürstbischöfe nutzen das mittlerweile Fürstenhäusle genannte Gebäude bis zur Aufhebung des Hochstifts Konstanz im Jahre 1802. Mit der Säkularisation ging es in den Besitz des Großherzogtum Badens über und unterstand dem Priesterseminarfonds. Im November 1843 wurde es zur Versteigerung ausgeschrieben und Annette von Droste-Hülshoff nutze die Gelegenheit, es zu erwerben. Sie hatte zu dem Zeitpunkt bereits ihr Herz an den Bodensee verloren.
Den Preis für das Anwesen samt dazugehörenden Weinbergen hoch über Meersburg, 700 Gulden, bezahlte sie vom Honorar der Gesamtausgabe ihrer Gedichte. Hier in ihrem „niedlichen Asyl“ fand die Dichterin eine gewisse Unabhängigkeit von der Familie, und obwohl sie nie ganz im Haus wohnte, war ihr dieses „Tuskulum“ ans Herz gewachsen. Einer Freundin schrieb sie: „Sie sollen sehen, ich mache ein kleines Paradies aus dem Nestchen ... . Einen Brunnen habe ich nicht, aber ein Bleichplätzchen und nicht hundert Schritte vom Hause eine Quelle, die Winter und Sommer fließt. Kurz, ich sage Ihnen, es ist allerliebst. ... Die Meersburger halten dieses Fürstenhäuschen für eine unschätzbare Perle, - mir ists fast zu viel und zauberhaft, und wie ich so droben die ganze Gegend kontrollieren kann, jeden Bürger, der auf die Gasse oder auch nur ans Fenster, jeden Bauern, der in seinen Hofraum tritt, so komme ich mir vor wie der Student von Salamanka, dem der hinkende Teufel die Dächer abgehoben hat, und mir ist beinahe sündlich zumute.“
Das Fürstenhäusle hatte fünf Zimmer. Im Erdgeschoss befand sich das Paradezimmer und eine kleine Küche. Von dort führten eine Wendeltreppe und eine Falltür ins obere Stockwerk, die „Dachshöhle“. Hier gab es neben dem Eingangsbereich ein Wohn- und Arbeitszimmer und ein sehr kleines Schlafzimmer.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es durch einen rückwärtigen Anbau wesentlich erweitert. Im unverändert erhaltenen Vorderteil befindet sich seit 1923 ein Museum, welches an die Dichterin erinnert.