Außenansicht des Fürstenhäusles Meersburg

Gartenhaus des Fürstbischofs und Arbeitsplatz der Dichterin

Das Gebäude

Es ist gebaut, um die Schönheit der Landschaft am Bodensee zu genießen: das Fürstenhäusle oberhalb der Altstadt von Meersburg. Im 19. Jahrhundert richtet sich die berühmte Dichterin Annette von Droste-Hülshoff das Gebäude als Arbeitsplatz her: An sie erinnert das Museum im Fürstenhäusle heute noch.

Weinberg mit Blick auf Meersburg

Inmitten von Wein steht das Fürstenhäusle.

Ein fürstliches Gartenhaus über der alten Stadt

Hoch über der Oberstadt von Meersburg gelegen, mit Blickkontakt zum Neuen Schloss, steht das Fürstenhäusle. Ein Hügel mit Weinbergen: So sah es hier schon aus, als das Haus erbaut wurde. Errichtet wurde es um 1600, für den Domherren Jakob Fugger, der kurz darauf Fürstbischof war. Daher stammt wohl auch der Name, unter dem das Gartenhaus weithin bekannt wurde. Die Fürstbischöfe nutzten das Gartenhaus, bis am Anfang des 19. Jahrhunderts Konstanz und Meersburg nicht mehr Bischofssitz waren.

Porträt der Annette von Droste-Hülshoff, Fürstenhäusle Meersburg

Berühmte Bewohnerin: Annette von Droste-Hülshoff.

Im Besitz der berühmten Dichterin

Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff war im 19. Jahrhundert die Besitzerin. Sie selbst beschreibt es als „hübsches, massiv gebautes und bewohnbares Gartenhaus“. Es sei „ein kleines, aber massiv aus gehauenen Steinen und geschmackvoll aufgeführtes Haus, was vier Zimmer, eine Küche, großen Keller, und Bodenraum enthält.“ Das zweistöckige Haus steht auf einem Sockel, sodass einige Stufen zum Eingang emporführen. Es ist ein schlichter Bau, ganz ohne repräsentative Absicht errichtet. Das Wesentliche war die Panorama-Lage!

Blick ins Erdgeschoss des Fürstenhäusles Meersburg

Hell und großzügig: das Erdgeschoss.

Die Droste-Hülshoff richtet sich ein

Im Erdgeschoss gab es zur Zeit der Droste das „Paradezimmer“ und die Küche. Die Dichterin beschreibt in einem Brief das Paradezimmer „mit einem Erker, in dem der Kanapee mit Tisch und einigen Stühlen hinlänglich Raum haben… man sitzt dort wie in einem Glaskasten, ein Fenster im Rücken und zwey zu den Seiten“. Von der Küche aus führte die schlichte Holzstiege nach oben. Das größere Zimmer im Obergeschoss bezeichnete die Dichterin als Schwalbennest. Es war ihr Wohnzimmer. Dahinter lag ihr kleines Schlafzimmer.

Ausblick auf den Bodensee aus dem Fürstenhäusle Meersburg

Ein Anbau ergänzt das ursprüngliche Häuschen.

Die Erben der Dichterin

Was passierte im Haus nach der Zeit der Dichterin Droste-Hülshoff? Am Anfang des 20. Jahrhunderts erweiterte ein Erbe der Droste das Häuschen. Er ließ hinter dem bisherigen Gebäude einen längeren Trakt anfügen und verlegte den Eingang. Als er 1915 einzog, war das Haus daher viel komfortabler zu bewohnen als zu Zeiten der Dichterin: Annette von Droste-Hülshoff hatte im Fürstenhäusle nur tageweise gearbeitet. So präsentiert sich das Fürstenhäusle auch heute noch.

Seitenansicht des Fürstenhäusles Meersburg

Weithin sichtbar: Das Häuschen steht frei am Hang.

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Persönlichkeit: Jakob Fugger

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