Idyllisches Biedermeierkleinod am Bodensee

Fürstenhäusle Meersburg

Fürstenhäusle Meersburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Bernhard Wrobel
Vom Gartenhaus zum literarischen Ort

Meilensteine

Purer Zufall: Das Gartenhaus blieb über Jahrhunderte erhalten – wahrscheinlich nur, weil im 19. Jahrhundert eine Käuferin Gefallen an ihm und den Weinbergen fand. Die neue Besitzerin, eine berühmte Dichterin, war der Grund, dass das Haus schließlich als Ort der Droste erhalten blieb – ein Glück.

Bildnis des Jakob Fugger, Fürstbischof von Konstanz, Öl auf Holz, 17. Jahrhundert; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Vom Bodenseeblick begeistert: Jakob Fugger.

Der Chorherr als Bauherr

Jakob Fugger (1567-1626) war ein Kirchenmann mit einer steilen Karriere. Kurz bevor er Fürstbischof von Konstanz wurde, ließ er das Gartenhaus mit vielen Fenstern und weiter Panoramasicht in einem Weinberg über Meersburg errichten. Das war bereits vor über vier Jahrhunderten: Offenbar war er schon damals von der Aussicht bis zu den Alpen begeistert.

Fotografie des Fürstenhäusles, in der Tür die Nichte Annette von Droste-Hülshoffs; Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Die Erben: Hildegard und Hildegund von Laßberg – ihre Nichten.

Das Fürstenhäusle wechselt die Besitzer

Zwei Jahrhunderte später, im Jahr 1803, endete die Zeit der Fürstbischöfe, und ihr Besitz in Meersburg ging an die Markgrafen von Baden über. Im Schloss residierten keine vornehmen Herren mehr und niemand brauchte ein „Fürstenhäusle“. Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff kaufte das luftige Gebäude und den Weinberg um für sich zu sein und auch um etwas Eigenes und etwas Schönes zu vererben.

Fürstenhäusle Meersburg, Zeichnung von Leonhard Hohbach von 1846; Foto: Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Malerisch auf dem Weinberg: das Fürstenhäusle.

Begeisterung der Dichterin

Annette von Droste-Hülshoff war begeistert und äußerte sich in vielen Briefen über das Fürstenhäusle. Den Raum im Obergeschoss nannte sie „Schwalbennest“. Die Dichterin schwärmte von ihrem Glück und von dem glitzernden Bodensee und von dem Blick bis zu den Schweizer Alpen. Dort wollte sie wohnen, dort war ihr Lieblingsort.

Fürstenhäusle Meersburg, Arbeitszimmer im Schwalbennest; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Carla Mueller

Im Schwalbennest.

Das Fürstenhäusle wird Museum

Annette von Droste-Hülshoff war zu drei langen Aufenthalten in Meersburg, sie starb1848 im Alter von 51 Jahren. Ihre Berühmtheit war und ist ein Glück für das Fürstenhäusle: Die Erben der Dichterin richteten das Fürstenhäusle im Geiste der Droste ein und bewahrten viele Familienstücke für die Nachwelt. Über mehrere Generationen blieb das Haus nicht nur erhalten, sondern es wurde 1923 zu einem Museum.

Fürstenhäusle Meersburg, Besucherraum; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Carla Mueller

Der neu gestaltete Besucherraum im Fürstenhäusle.

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