Idyllisches Biedermeierkleinod am Bodensee

Fürstenhäusle Meersburg

Fürstenhäusle Meersburg; Foto: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Ravensburg, Herbert Neidhardt
Gartenhaus und Arbeitsplatz

Das Gebäude

Es wurde vor über 400 Jahren gebaut, um die Schönheit der Landschaft am Bodensee genießen zu können: das Fürstenhäusle. Im 19. Jahrhundert richtet sich die berühmte Dichterin Annette von Droste-Hülshoff den Ort als persönlichen Rückzugsort her: An sie erinnert das Fürstenhäusle heute noch.

Weinberg mit Blick auf Meersburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Markus Schwerer

Oberhalb der Weinberge steht das Fürstenhäusle mit Blick über Meersburg.

Ein fürstliches Gartenhaus über der alten Stadt

Hoch über der Oberstadt von Meersburg gelegen, mit Blickkontakt zum Neuen Schloss, steht das Fürstenhäusle. Ein Hügel mit Weinreben: So sah es hier oberhalb des Weinbergs schon aus, als das Haus erbaut wurde. Errichtet wurde es um 1600 für den Domherren Jakob Fugger, der kurz darauf zum Fürstbischof ernannt wurde. Daher stammt auch der Name, unter dem das Gartenhaus weithin bekannt wurde. Die Fürstbischöfe nutzten das Gartenhaus bis Anfang des 19. Jahrhunderts, als die weltliche Residenz in Meersburg aufgehoben wurde.

Fürstenhäusle Meersburg, Bildnis Annette von Droste-Hülshoffs; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Bernhard Wrobel

Die berühmte Besitzerin: Annette von Droste-Hülshoff.

Im Besitz der berühmten Dichterin

Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848) wurde im November 1843 stolze Grundbesitzerin. Sie selbst beschreibt das Gebäude als „hübsches, massiv gebautes und bewohnbares Gartenhaus“. Es sei „ein kleines, aber massiv aus gehauenen Steinen und geschmackvoll aufgeführtes Haus, was vier Zimmer, eine Küche, großen Keller, und Bodenraum enthält.“ Das zweistöckige Haus steht auf einem Sockel, sodass einige Stufen zum Eingang emporführen. Es ist ein schlichter Bau, ganz ohne repräsentative Absicht errichtet. Das Wesentliche war die Lage mit seinem hinreißenden Panorama.

Fürstenhäusle Meersburg, Paradezimmer; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Carla Mueller

Das Kanapee mit Tisch und einigen Stühlen.

Die Droste-Hülshoff richtet sich ein

Im Erdgeschoss gab es zur Zeit der Droste das „Paradezimmer“ und eine Küche. Die Dichterin beschreibt in einem Brief das Paradezimmer „mit einem Erker, in dem der Kanapee mit Tisch und einigen Stühlen hinlänglich Raum haben… man sitzt dort wie in einem Glaskasten, ein Fenster im Rücken und zwey zu den Seiten“. Von der Küche aus führte eine schlichte Holzstiege nach oben. Das zentrale Zimmer im Obergeschoss bezeichnete die Dichterin als Schwalbennest. Daneben lagen ihr Schlafzimmer und ein Raum für die Kammerjungfer.

Ausblick auf den Bodensee aus dem Fürstenhäusle Meersburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Markus Schwerer

Ein Anbau ergänzt das ursprüngliche Gebäude.

Die Erben der Dichterin

Was passierte mit dem  Haus und dem Weinberg nach der Zeit der Dichterin? Am Anfang des 20. Jahrhunderts erweiterten ihr jüngster Neffe Carl von Droste-Hülshoff und seine Frau Marie das Häuschen. Er ließ an das bisherige Gebäude einen längeren Trakt anfügen und verlegte den Eingang. Das Haus wurde damit viel geräumiger als zu Zeiten der Dichterin. Heute befindet sich im Anbau das Besucherzentrum.

Fürstenhäusle Meersburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Bernhard Wrobel

Weithin sichtbar: Das Häuschen steht frei auf dem Berg.

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