Fürstenhäusle Meersburg, Scherenschnitt im Schwalbennest von Droste-Hülshoff

PAPIERKUNST SCHWARZ AUF WEISSFeinste SCHERENSCHNITTe

Das Fürstenhäusle in Meersburg birgt viele Erinnerungsstücke an seine ehemalige Besitzerin Annette von Droste-Hülshoff. An den Wänden hängen Scherenschnitte, die die Dichterin mit viel Liebe selbst gefertigt hat. Die Bilder erinnern auch an ihre freundschaftliche Verbundenheit mit den Gebrüdern Grimm.

Fürstenhäusle Meersburg, Scherenschnitt Arbeitszimmer

Die Kunst des Scherenschnitts entdeckte Annette bereits in ihrer Jugend.

PAPIERKUNST IM „SCHWALBENNEST“

Die vielfältigen Begabungen der Annette von Droste-Hülshoff zeigen sich nicht nur in ihrem dichterischen Werk. Im „Schwalbennest“ ‒ wie die Schriftstellerin den Raum im Obergeschoss des Fürstenhäusles nannte ‒ sind einige ihrer Scherenschnitte zu sehen. Sie zeigen poetische Szenen aus dem Landleben und der Jagd mit kleinen Figuren in detailreichen Waldlandschaften. Die detailtreuen, filigranen Kunstwerke aus Papier zu fertigten erforderte Fingerspitzengefühl, Geduld und Leidenschaft fürs kreative Schaffen.

Fürstenhäusle Meersburg, Scherenschnitt Arbeitszimmer

Der traditionelle Scherenschnitt ist eine der ältesten Volkskünste Chinas.

ALTE TECHNIK, VERSCHIEDENE NAMEN

Scherenschnitt, Schattenbild oder Schwarzriss:Die Schneidetechnik ist ein altes kunsthandwerkliches Verfahren aus dem 2. Jahrhundert. Seinen Ursprung hat es im Alten China und Persien. Mit der westlichen Begeisterung für Asien wurde die Technik auch in Europa beliebt. Im 18. und 19. Jahrhundert war die Kunst des Scherenschnitts weit verbreitet. Ob detailreiche Szenen, realistische Silhouetten oder zierende Ornamente: Die Bandbreite an Motiven ist groß. Einzige Voraussetzung: Alle Papierteile hängen zusammen.

VERMITTLER ZWISCHEN AUGE UND HERZ

Die Scherenschnitte Annette von Droste-Hülshoffs zeigen ähnliche Motive wie ihre Zeichnungen, Aquarelle und Papierreliefarbeiten: Landschaften, Tiere und Szenen mit Menschen. Die Naturbilder und Stimmungen waren ein Zwischenschritt im kreativen Prozess der Dichterin. Viele ihrer Eindrücke verarbeitete sie in ihren Gedichten, etwa im Liebesgedicht „Die Schenke am See“, das an den Schriftsteller und Freund Levin Schücking adressiert ist. Die Naturbeobachtungen des Bodensees wurden symbolische Liebesmotive.

Fürstenhäusle Meersburg, Scherenschnitte im Arbeitszimmer

Betrachtungen der Landschaft finden sich in Hülshoffs Lyrik wie in der Papierkunst.

VERMITTLER ZWISCHEN AUGE UND HERZ

Die Scherenschnitte Annette von Droste-Hülshoffs zeigen ähnliche Motive wie ihre Zeichnungen, Aquarelle und Papierreliefarbeiten: Landschaften, Tiere und Szenen mit Menschen. Die Naturbilder und Stimmungen waren ein Zwischenschritt im kreativen Prozess der Dichterin. Viele ihrer Eindrücke verarbeitete sie in ihren Gedichten, etwa im Liebesgedicht „Die Schenke am See“, das an den Schriftsteller und Freund Levin Schücking adressiert ist. Die Naturbeobachtungen des Bodensees wurden symbolische Liebesmotive.

Fürstenhäusle Meersburg, Arbeitszimmer im Schwalbennest

Das Arbeitszimmer der Dichterin – ihr „Schwalbennest“.

SCHWARZ-WEISS BEBILDERTE MÄRCHEN

Dass die Scherenschnitte der Annette von Droste-Hülshoffs an die Märchenwelt der Gebrüder Grimm oder von Hans Christian Andersen denken lassen, ist kein Zufall: Märchenbücher wurden traditionell mit Scherenschnitten bebildert. Die Grimm-Brüder kannte Annette persönlich. Mit 16 Jahren lernten sie und ihre Schwester Jenny die beiden Sprachwissenschaftler und Volkskundler kennen. Die Schwestern sollen Jakob und Wilhelm Grimm bei ihrer Arbeit unterstützt und Märchen wie Volkslieder gesammelt haben.

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